Die Standardtypen der UIC-Reisezugwagen

 

Im Jahre 1961 wurde durch das Merkblatt 567 der UIC die Standardisierung von Reisezugwagen festgelegt. Zunächst waren zwei Typen vorgesehen, welche durch die Übernahme von Abmessungen bereits bestehender Typen beschrieben wurden. Dabei wurden aber nur grobe Vorgaben gemacht, die eine recht flexible Auslegung durch die Gesellschaften zuließen. So sind zwar Wagen einheitlicher Standards, wie der Länge und der Abteilzahl entstanden, aber diese glichen sich nicht in allen Details, wie z. B. bei den "Preußischen Normalien". Ziel war es ja auch nicht, die Wagenunterhaltung und Ersatzteilbeschaffung zu vereinheitlichen, sondern Komfort- und Abmessungsstandards festzuschreiben, um z. B. Zuglängen einfacher ermitteln zu können. Bislang war es notwendig, für einen internationalen Zug alle Abmessungen der Wagen nachzuschlagen, damit beispielsweise ermittelt werden konnte, wie lang die Gleise auf einer Fähre dafür sein mussten.

 

Mit den neuen Standards sollten viele Dinge vereinfacht werden, so sitzen bei den neuen Wagen die Zurrösen für die Fährverladung einheitlich, die Längen stimmen überein, so dass ein Zug aus verschiedenen Ländern trotzdem leicht berechnet werden kann. Auch standardisierte Anschlüsse für Heizung, Kommunikation und Türschließvorrichtungen sind jetzt festgelegt. Ebenso einigte man sich auf Gummiwulstübergänge zwischen den einzelnen Wagen.

Grundtype ist dabei der UIC-X Wagen, der nach dem 2. Weltkrieg von der Deutschen Bundesbahn (DB) entwickelt wurde. Der Wagen hat eine Länge von 26,4 m über die Puffer, Einstiege an den Enden und einen Seitengang. Die Wagen haben entweder zehn 1. Klasse Abteile, zwölf der 2. Klasse, beide zu jeweils sechs Sitzplätzen. Der gemischtklassige Wagen weist sechs 2. Klasse Abteile und fünf 1. Klasse Abteile auf.

Nicht alle waren aber davon begeistert. So einigte man sich auf einen weiteren Standard, den UIC-Y Wagen. Dieser wurde vor allem von den SNCF favorisiert. Er war mit 24,5 m deutlich kürzer und hatte damit auch weniger Abteile, nämlich neun in der 1. Klasse, und zehn in der 2. Klasse. Dabei hatten die Franzosen eine Sitzbestückung in der 2. Tasse zu acht Sitzen je Abteil.

Einige Staatsbahnen wichen zwar von diesen Standards ab, dabei blieben aber die Grunddaten erhalten. So baute die DSB ihre Reisezugwagen nach UIC-Y Standard, aber mit acht 1. Klasse Abteilen. Bei der 2. Klasse Variante blieb es bei zehn Abteilen, aber zu sechs Sitzen.

Auch wenn es Standards gibt, sind die Unterschiede teilweise sehr Augenfällig. So sind die Dächer in einem Land glatt, in einem Anderen haben sie Dachsicken. Teilweise sind die Toilettenfenster, wie bei der DB, gleichhoch wie die Abteilfenster, teilweise liegt die Unterkante etwas höher (SBB).

Trotzdem lassen sie sich untereinander fast universell verwenden.